Amazing Osaka Tag 2 -- Geschäftsleute-Museum, Hafenrundfahrt, Sakuya Konohana Kan, Floating Gardens und Onsen 17.3.2016
Den zweiten Tag „Amazing Osaka“ beginne ich früher. Als erstes geht es zum “Enterpreneurial Museum of Challenge and Innovation”, das im Innovation Center untergebracht ist und 105 Portraits erfolgreicher Unternehmer aus (oder tätig in) Osaka vorstellt, es soll die japanischen Besucher inspirieren, ihnen nachzueifern.

Osaka Innovation Center, hier befindet sich das Enterpreneurial Museum of Challenge and Innovation, auf der Fassade ist ein Ruderboot himmelwärts unterwegs
Was mir bisher nie passiert ist, drum hatte ich nicht drauf geachtet: ich bin zu früh dran, dieses Museum öffnet erst um 10 Uhr. Aber für die zwanzig Minuten lohnt es sich nicht woanders hinzufahren, also habe ich abgewartet und einfach ein wenig die Nachbarschaft angeschaut.
Das Museum zeigt eine breite Palette von Baumwollspinnern über Eisenbahnbauer und -vermarkter, den Dieselpionier von Yanmar, Trafobauer, bis zu Im-/Exporteuren von Whisky.
Beispielsweise Riichi EZAKI, der Gründer von Glico, die wir heute als Hersteller von Pocky kennen: Er hörte, dass Austern eine große Menge nahrhaftes Glykogen enthalten, und vermarktete Süßigkeiten mit Austernextrakt als gesund und kraftstärkend. Er packte seinen Produkten Bildkärtchen bei und ab 1927 ein Minispielzeug - die japanische Version des Überraschungseies.

Osaka, Enterpreneurial Museum of Challenge and Innovation: Riichi EZAKI, Gründer von Glico, mit einigen Spielzeugen, die den Süßigkeiten beigepackt wurden
Danach fahre ich zum Hafen. Eine Hafenrundfahrt mit dem historisch inspirierten Schiff „Santa Maria“ liefert eine andere Perspektive. Es fährt stündlich und ich nehme nach einer Brotzeit die 12 Uhr Abfahrt.

Osaka, Hafen: das Rundfahrtschiff Santa Maria
Zahlreiche Brücken verbinden die Inseln oder Halbinseln des Hafenbereichs untereinander.

Osaka, Hafenrundfahrt: diese Brücke enthält zwei Fahrbahnen übereinander
Wir haben einen schönen Blick auf das Universal Studio Gelände, und sehen eine Achterbahn in Betrieb.
Im Rumpf der Santa Maria befindet sich eine kleine Ausstellung über ihr Vorbild.
Nach der Rundfahrt bot sich an, auch das benachbarte Riesenrad “mitzunehmen”.
Vier der 60 Gondeln haben einen Glasboden, in der Extra-Schlange dafür standen zahlreiche Leute, da mir das nicht wichtig war, konnte ich sofort einsteigen.

Blick vom Riesenrad auf den Hafen, in der Mitte das Aquarium

Osaka, Blick vom Riesenrad, die Türme mit den goldenen Kugeln sind die Kamine der Müllverbrennungsanlage
Passend zum Aquarium sind die Blumenkästen auf dem Weg zur Subway-Station mit Fischmotiven verziert.

Osaka, Hafenareal: Blumenkästen mit Fischmotiven
Mein nächstes Ziel war nochmal das IGA-Gelände, den Sakuya Konohana Kan wollte ich mir doch auch von innen anschauen. Auf dem Weg dorthin blühten Bäume - nein, nicht Reste der Pflaume, es sind bereits Kirschblüten! In Osaka am 17.3.!

Osaka, IGA-Gelände: Kirschblüte am 17.03.2016
Am Eingang zum Glashaus war es ausnahmsweise anders: hier geht man mit dem Osaka Amazing Pass zur Kasse und bekommt ein Freiticket, sonst ist es meistens so, dass man den Pass statt des Tickets am Einlass vorzeigt.

Osaka, IGA-Gelände: Ticket und Faltblatt für den Sakuya Konohana Kan
Als erstes kommt der Seerosenbereich:

Osaka, Sakuya Konohana Kan: Seerose
Viele tolle Blüten, ein Wasserfall mit Fischteich, Bananen, Palmen, ein eigener Raum nur für Hibiskus… eine Fotogalerie würde diesen Blogeintrag sprengen.

Osaka, Sakuya Konohana Kan: Orchideen
Ausgänge aus dem Gewächshaus führen zu Themengärten gemäßigten Klimas, beispielsweise dem Mittelmeergarten.
Farblich besonders faszinierend fand ich den türkis blühenden Jadewein, ein von den Philippinen stammendes Bohnengewächs.

Osaka, Sakuya Konohana Kan: Jadewein
Natürlich sind auch Wüstengebiete und alpine Regionen vertreten. Dabei wird übrigens in den Klimaanlagen des Hauses eine Umverteilung von Wärme und Feuchtigkeit von den einen Bereichen in die anderen vorgenommen. Bei den Alpen sind auch Edelweiß (Eederuwaisu) und der blaue Enzian vorhanden.

Osaka, Sakuya Konohana Kan: das Edelweiß
Schautafeln illustrieren die Grenzen der alpinen Klimazonen abhängig vom Breitengrad.
In der Mittelhalle war schließlich eine Ausstellung von Orchideen zu sehen, von denen auch welche prämiert worden waren.

Osaka, Sakuya Konohana Kan: Orchideenwettbewerb
Auf dem Rückweg zur Subway erfreute ich mich nochmal an den frühen Kirschblüten.

Osaka, IGA-Gelände: Kirschblüten am 17.03.2016
In Tennoji angekommen, fällt der Wolkenkratzer Abeno Harukas auf. Das 300 Meter hohe Gebäude löste nach 20 Jahren den Landmark Tower in Yokohama als höchstes Gebäude Japans ab. Im November 2013 hatte ich das Ding schon wahrgenommen, da war es fast fertiggestellt.

Osaka, Abeno Harukas, mit 300m Japans höchstes Gebäude
Ich hatte gehofft, noch einen Blick in den Zoo zu werfen, nach dem die Subway-Station bei meinem Hotel benannt ist: Dobutsuen-mae heißt Tierpark-Haltestelle. Aber ich hatte übersehen, dass dort der letzte Einlass nicht (wie bei vielen anderen Sehenswürdigkeiten) eine halbe, sondern eine Stunde vor Schluss ist, dafür war ich um 16:14 schon zu spät dran.
Aber gleich daneben ist ja Shinsekai, also vor hundert Jahren war das die “neue Welt”, inzwischen ist sie ein bisschen angestaubt, einschließlich des Tsutenkaku Tower in der Mitte (der im zweiten Weltkrieg abgebaut und danach etwas vereinfact und verändert wieder errichtet wurde). Bei dem dreht sich fast alles um die Verehrung von Billiken, einer “Gottheit”, die ein Amerikaner um 1900 rum erfunden und nicht nur zuhause sondern gerade in Asien sehr erfolgreich vermarktet hat, der Hype war also gerade voll im Gange, als Shinsekai entstanden ist. “Der Gott der Dinge, wie sie sein sollten”, der wird alles richten, eine sehr praktische Gottheit also, die man daher bereitwillig in die Götterwelt aufgenommen hat.
Über den Zoo führt eine Brücke zum Osteingang von Shinsekai.

Ostportal zu Shinsekai
Im Tsutenkaku-Turm wird man beim Warten auf den Lift an unzählichen Capsule-Automaten vorbeigeführt, aber auch an einem Display zu Kinniku-Man (Muscle-Man)

Osaka Shinsekai, Tsutenkaku-Tower: Ausstellung zu Kinnikuman
Der Lift hat Fenster, man kann also beim Rauffahren ein wenig rausgucken. Im Aussichtsgeschoss ist alles goldfarben, es handelt sich ja quasi um den Billiken-Tempel.

Osaka Shinsekai, Tsutenkaku-Tower: goldfarbenes Aussichtsgeschoss

Osaka Shinsekai, Tsutenkaku-Tower: Blick nach Südost zum Abeno Harukas Wolkenkratzer
Ob die anderen sieben Gottheiten, die um Billiken herumdrapiert wurden, so glücklich sind? Zumindest Bishamon wirkt nicht begeistert. (Bei jeder gibts übrigens auch einen Stempel. Ich habe Stempel noch garnicht erwähnt, diese zu sammeln scheint eine japanische Leidenschaft zu sein.)

Osaka Shinsekai, Tsutenkaku-Tower: Bishamon, eine der sieben Gottheiten, denen neben Billiken hier gehuldigt wird
Eine Vitrine zeigt alle möglichen Billiken-Kunstwerke.

Osaka Shinsekai, Tsutenkaku-Tower: die Billikens als Musiker
Billiken ist aber nicht nur im Tsutenkaku-Turm Motto, sondern in Shinsekai insgesamt. An jeder Ecke steht eine Statue, und vor diesem Restaurant wurde eine besonders ausgestattet:

Osaka Shinsekai, Billiken-Statue vor einem Restaurant
Es war Zeit, mich zu verpflegen, so habe ich mir in einem der Restaurants Bratnudeln (Yakisoba) bestellt:

Osaka Shinsekai, Yakisoba in einem Restaurant
Anschließend holte ich meinen Koffer aus dem nahegelegenen Hotel, denn dann ging es zu einem weiteren “Höhepunkt”, den Floating Gardens bei Umeda.
Das Floating Garden Observatory ist als Brücke zwischen die beiden Türme des Umeda Sky Buildings aufgesetzt, hier ein Modell in der Eingangshalle:

Osaka, Umeda Sky Building, Modell
Nach der Fahrt mit dem Lift schließt sich eine Rolltreppe an, die durch eine Röhre den Floating Garden zwsichen den beiden Türmen erreicht.

Osaka, Umeda Sky Building, Rolltreppen zum Floating Garden
Drinnen zeigt eine Serie von Illustrationen den Menschheitstraum von Sky Gardens, Himmelsgärten, im Weltraum.
Es gibt eine Aussichtsgeschoß mit Cafe/Restaurant und ein offenes Dachgeschoss, das durch Vorbauten gesichert ist.

Osaka, Umeda Sky Building, nächtlicher Blick vom Aussichtsgeschoss
Leider sind etliche meiner Bilder verwackelt, obwohl ich die Kamera für den Nachtmodus aufs Geländer gestellt habe, meine Auswahl war daher recht eingeschränkt.

Osaka, Umeda Sky Building, nächtlicher Blick vom Dach
Auch hier darf übrigens eine Lovers’ Terrasse nicht fehlen, an deren Geländer man seine Lovelocks in luftiger Höhe anbringen und auf dem bläulich beleuchteten Boden wie im siebten Himmel schweben kann.

Osaka, Umeda Sky Building, Lovers’ Terrace auf dem Dach der Floating Gardens
Auch den zweiten Tag wollte ich mit einem entspannenden Bad ausklingen lassen, dazu bin ich zu den anderen der beiden im Amazing Pass enthaltenen, dem Naniwa no Yu, gefahren. Es wäre hilfreich, wenn das Heftchen den Hinweis enthaltenwürde, dass es sich im achten Stock eines Pachinko-Spielsalons befindet, denn die Beschriftung am Gebäude ist ausschließlich auf japanisch:

Osaka, Eingang zum Naniwa no Yu, Onsen-Bad im 8F eines Pachinko-Salons
Das Setup ist ähnlich wie bei dem anderen Bad am Hafen. Es gibt diverse Pools einschließlich Massage im Gebäude, eine große Sauna mit Fernseher, und mehrere Außenbecken. Eins der Becken innen steht unter Strom, ich habe mal ein wenig im Wasser in die Richtung gefasst, aber fand das Kribbeln eher unangenehm und habe daher auf eine genauere Untersuchung verzichtet. Die Außenbecken sind entweder unter Vordach oder haben ein Dach darüber, mit dem angepriesenen Sternengucken ist es also nicht so arg weit her.
Das war nun ein maximal ausgefüllter Tag, leider hatte ich das Timing aber nicht so ganz im Griff, so dass ich erst weit später als geplant in Kyoto ankam, wo ich die nächsten zwei Nächte gebucht hatte.
Hi! Ich bin der Karl.
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